Limbo

Der Bildschirm ist dunkel. Schemen deuten einen dunklen Wald an, von irgendwo scheint Licht zwischen die Bäume. Mitten in diesem Szenario wacht ein kleiner Junge, auf einer Lichtung liegend, auf. Ob er aus dem Schlaf erwacht oder Schlimmeres bleibt unklar. Der Junge steht auf und läuft zum rechten Bildschirmrand. Das ist die einzig mögliche Richtung, er scheint irgendetwas oder -jemand zu suchen.

Viel Farben gibt es in diesem Spiel nicht, die Welt ist in schwarz, weiss und grau gehalten. Die fehlenden Farben drücken die Stimmung und verleihen dem Spieler ein beklemmendes Gefühl. Wo bin ich und was genau passiert hier?

Der Sound beschränkt sich auf das Nötigste. Trittgeräusche, hier und da ein rascheln oder das knistern von elektrischen Entladungen, in der Ferne hört man eine Kreissäge. Dann wird die Musik dramatischer und sagt dem Spieler: Achtung! Es droht Gefahr.

Alles ist irgendwie unheimlich und geheimnisvoll. Als Spieler steuere ich den Jungen trotzdem weiter, immer zum rechten Bildschirmrand, ich will wissen was hier passiert ist.

Zuerst tauchen wilde Tiere auf und versperren mir den Weg. Später treffe ich auf fremde Personen, die mich am weiterkommen hindern wollen. Wer sind diese Personen und was haben sie gegen meine Person? Die Frage bleibt unbeantwortet.

Auf meiner Suche muss ich Abgründe überwinden und Höhen erklimmen. Gewässer schneiden mir den Weg ab. Jeder Fehltritt bedeutet den Tod. Mit Hebel und Schalter kann ich die Umgebung manipulieren. Kisten bilden Brücken, Schleusen leiten tödliche Sturzbäche von mir weg. Eklige Würmer beißen sich in meinem Kopf, übernehmen meine Gedanken, meine Bewegungen und ich werde zum Zombie. Licht erweist sich immer wieder als Freund in solchen Situationen. Die Würmer lassen dann von mir ab und die Suche geht weiter. Wenn ich nicht wieder in eine von diesen tödlichen Kreissägen laufe, in einen der tiefen Abgründe falle, von Kiste zerquetscht werde  oder von einem Stromschlag getroffen werde. Der Tod ist immer nah in diesem Spiel.

Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich auf der Suche nach einem Mädchen bin. Die fremden Personen müssen etwas mit ihrem verschwinden zu tun haben. Meine Suche bekommt langsam einen Sinn, das durchhalten hat sich gelohnt. Der Weg führt mich immer weiter Richtung rechter Bildschirmrand und der Tod lauert überall.

Am Ende finde ich das Mädchen. Gefühlt bin ich 1000 Tode gestorben und wahrscheinlich waren es tatsächlich 998. Ich hab sie nicht gezählt. Aber ich freue mich, dass ich durchgehalten habe, immer wieder aufgestanden bin. Es war eine spannende Suche und die Rätsel eine Herausforderung.

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